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Lexikon

Der Stör - ein uriger Typ


Der Stör ist mit seiner langen Schnauze und seinen Knochenplatten am Rücken unverwechselbar. (Bild: gemeinfrei)).
Stör, Zeichnung.
Ein Stör im Aquarium. (Foto: Gertrud K. cc-by-sa)
Stör im Aquarium.
In der Oder wurden Tausende von Jungstören ausgesetzt. (Foto: Deltongo cc-by-sa 3.0)
Oder im Nationalpark Unteres Odertal.

Schon vor 200 Millionen Jahren bevölkerten Störe die Erde. Doch dann trat der Mensch auf den Plan und mit dem sorglosen Leben war es vorbei. Die Menschen waren vor allem hinter den Eiern des Stör her, die man "Kaviar" nennt. So wurde er gnadenlos gejagt. Die Wasserverschmutzung machte ihm ebenfalls das Leben schwer. Und dann entstanden in vielen Flüssen auch noch Wehre und Staumauern, so dass die Störe, die noch übrig waren, nicht mehr wandern konnten. All das führte dazu, dass der Fisch in Deutschland ausstarb.

Jungstöre in Oder und Elbe ausgesetzt

Doch jetzt gibt es wieder Hoffnung für den Stör: Wissenschaftler haben in den beiden Flüssen Elbe und Oder Tausende junge Störe ausgesetzt, die dort in Ruhe zu großen Fischen heranwachsen sollen. Und damit sie nicht an den Angeln oder in den Netzen der Fischer sterben, tragen die jungen Störe kleine, numerierte Plastikmarken an der Rückenflosse. Wenn ein Fischer einen markierten Stör im Netz hat, soll er ihn wiegen und messen und dann wieder freilassen. Die Messung meldet der Fischer dann an die "Gesellschaft zur Rettung des Störs". Damit das auch klappt, bekommen die Fischer für jede Meldung Geld.

Störe fühlen sich pudelwohl

Diese Methode hat zwei Vorteile: Der Stör kann sich in Ruhe wieder ausbreiten und die Wissenschaftler können aus den Meldungen der Fischer sehen, wie sich die  Fische entwickeln. So konnten sie schon feststellen, dass die ausgesetzten Jungfische sich in Oder und der Elbe pudelwohl fühlen: Die, die bisher von Fischern gemeldet worden sind, haben ihr Gewicht innerhalb kurzer Zeit verdoppelt!

Wie leben Störe eigentlich?

Störe sind Wanderfische. Ähnlich wie bei den Lachsen leben die erwachsenen Fische im Meer, schwimmen aber im Frühjahr in die Flüsse hinauf, um dort ihre Eier abzulegen. Störe können sehr alt werden und laichen frühestens mit zehn Jahren zum ersten Mal. Dazu suchen sie sich klare, saubere Flüsse mit Kiesboden. Die Jungfische bleiben einige Jahre im Süßwasser, bevor sie sich auf den Weg ins Meer machen.

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Nachhaltige Fischerei?

Leider ist der Stör nicht der einzige Fisch, der durch den Menschen an den Rand der Ausrottung gebracht wurde. Viele Fische aus den Meeren, die bei uns als gute Speisefische gelten, sind in Gefahr. Denn viel zu viele von ihnen werden gefangen.

Die Minister der europäischen Länder legen jedes Jahr sogenannte "Fischereiquoten" fest. Das heißt, sie bestimmen, wie viel von einer Fischart gefangen werden darf. Doch obwohl die Politiker von Wissenschaftlern beraten und vor zu hohen Quoten gewarnt werden, einigen sie sich immer wieder auf viel zu hohe Zahlen. So bleiben nicht mehr genügend Fische übrig, die sich fortpflanzen und den Bestand der Art sichern können. Die Fische landen in den Fischtheken der Supermärkte oder tiefgefroren in der Truhe.

Allerdings gibt es unter den Speisefischen auch Arten, die nicht bedroht sind. Sie stammen zum Beispiel aus Zuchtanlagen. Oder sie werden gar nicht mit Netzen gefangen, sondern mit Angeln oder sogenannten "Langleinen" - langen Schnüren mit Haken daran. So werden weniger Fische einer Art gefangen und es landen nicht so viele andere Meerestiere mit in den Netzen.

Auf den Seiten der Naturschutz-Organisation WWF können deine Eltern in einem Ratgeber nachsehen, welche Fischsorten man ohne schlechtes Gewissen essen kann: Hier geht es zum Fischfinder.

Wenn du mehr darüber wissen willst, wie Fische und andere Meerestiere geschützt werden, dann lies hier mehr über Naturschutz im Meer.