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Kuckuck


Teichrohrsänger füttert Kuckucskind in seinem Nest im Schilf.

Ein Teichrohrsänger füttert ein Kuckuckskind. (Foto: Per Harald Olsen cc-by-sa @ wikipedia.de)

Der Kuckuck gilt als Bote des Frühlings. Wegen seines auffälligen Rufes besingen ihn viele Volkslieder. Und wenn man sich beim ersten Kuckucksruf des Jahres etwas wünscht, soll das sogar in Erfüllung gehen. Seine Lebensweise dagegen macht den Kuckuck nicht gerade beliebt: Das Kuckucksweibchen legt seine Eier in fremde Nester und lässt den Nachwuchs von fremden Vögeln aufziehen. Das ist nicht besonders sozial und fürsorglich schon gar nicht - oder? Den Vogel kümmern solche moralischen Überlegungen der Menschen nicht. Seine Methode der Arterhaltung ist jedenfalls erfolgreich - und darauf kommt es an!

Warum füttern die Vögel das Kuckuckskind?

Wenn du das Foto betrachtest, wie der kleine Teichrohrsänger das große Kuckucks-Küken füttert, dann fragst du dich sicher: Wieso fällt der Kleine auf so eine Betrügerei herein? Er kann doch unmöglich glauben, dass er sein eigenes Küken füttert? Tja, was er glaubt, wissen wir nicht, aber: Sein Fütterungstrieb zwingt ihn dazu, das Küken zu füttern. Ausgelöst wird der Trieb von dem weit aufgesperrten Schnabel des Kuckucks.

Warum fallen die Vögel auf die fremden Kuckuckseier herein?

Blaue Eier des Gartenrotschwanzes mit blauem Kuckucksei.

In allen Nestern versteckt sich ein Kuckucksei. Hier: Gartenrotschwanz.

Schwarz gesprenkelte Eier der Goldammer mit schwarz gesprenkeltem Kuckucksei.

Goldammer

Braun gefleckte Eier des Neuntöters mit braun geflecktem Kuckucksei.

Neuntöter-Nest

Hell-Beige gefleckte Eier der Gartengrasmücke mit Kuckucksei.

Gartengrasmücke (Fotos: Gemeinfrei)

Die Täuschung des Teichrohrsängers hat schon viel früher begonnen: Irgendwann Ende April hat ihm ein Kuckucksweibchen ein Ei ins Nest gelegt, das fast exakt genau so aussah wie seine eigenen. Es war nur ein klein wenig größer. Der Teichrohrsänger hat die Täuschung nicht bemerkt. Als das Küken erst geschlüpft war, war es auch schon zu spät: Es hat die fremden Küken aus dem Nest geschubst und genießt nun als Einzelkind die volle Aufmerksamkeit der Adoptiv-Eltern.

Damit die Eier der Kuckucksweibchen denen der Wahl-Eltern zum Verwechseln ähnlich sehen, haben sie sich auf ganz bestimmte Vogelarten spezialisiert. Manche Weibchen legen ihre Eier nur beim Teichrohrsänger ab, andere beim Zaunkönig und wieder andere beim Rotkehlchen. Bevor das Kuckucksweibchen sein Ei ablegt, beobachtet es das Nest genau. Sobald der Singvogel seine Eier gelegt hat und sein Nest für kurze Zeit verlässt, legt das Kuckucksweibchen sein Ei in Sekundenschnelle dazu. Das macht es rund zehn Mal - in zehn verschiedenen Nestern. Nicht alle Vögel fallen auf den Betrug herein - aber viele.

Warum der Kuckuck oft zu spät kommt...

Kuckuck vor blauem Himmel.

Kuckuck im Flug. (Foto: J. Schmidt cc-by-sa @ wikipedia.de)

Der Kuckuck ist ein Zugvogel. Als Langstreckenzieher fliegt er im Herbst nach Afrika und bleibt südlich des Äquators bis es hier wieder Frühling wird. Erst gegen Ende April kommt er zurück, exakt zur Brutzeit der "Wahl-Eltern" seiner Kuckuckskinder - eigentlich. Denn die starke Spezialisierung der Kuckucksweibchen auf eine bestimmte Vogelart macht dem Zugvogel neuerdings Probleme:

Wegen des Klimawandels beginnt  der Frühling in Westeuropa immer früher. Der Kuckuck kommt häufig zu spät - die Brutsaison hat schon ohne ihn begonnen. Manche Kuckucksweibchen weichen in höhere Lagen aus und fliegen so dem Frühling hinterher. In den Bergen beginnt die Brutsaison später, weil es erst später warm wird. Ein Trick, den längst nicht alle Kuckuckseltern für sich entdeckt haben. So gelingt bisher nur wenigen Vögeln die Anpassung an den Klimawandel.

Zu welcher Sorte von Zugvögeln gehört der Kuckuck?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Teilzieher
B Langstreckenzieher
C Kurzstreckenzieher

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