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Lexikon

Honigbienen - rätselhaftes Massensterben


Anfang November 2012 kam ein Film in die Kinos, der das spannende Leben der Honigbienen zeigt. "MORE THAN HONEY" ("Mehr als nur Honig") heißt der Dokumentar-Film, dessen Macher den Bienen mit ihren Kameras buchstäblich auf die Pelle gerückt sind.

Worum geht es in "MORE THAN HONEY"?

Kinostart ist am 8. November. (Filmplakat: Senator-Film)
Filmplakat von "More than honey"

Seit fast zehn Jahren gibt ein massenhaftes Bienensterben den Wissenschaftlern Rätsel auf. Diesem Bienensterben wollte der Filmregisseur Markus Imhoof auf die Spur kommen - und den Kinozuschauern dabei gleichzeitig einen Einblick in die Welt der Honigbienen geben. Entstanden ist ein Film, der zeigt, wie die Bienen in der Massenproduktion von Lebensmitteln auf einem weltweiten Markt zu einem reinen "Wirtschaftsfaktor" geworden sind. Bienen sind heute für die Bestäubung von über zwei Dritteln unserer Nutzpflanzen verantwortlich. Die artgerechte Haltung ist dabei auf der Strecke geblieben - mit tödlichen Folgen.

Dass Bienen es aber verdienen, behutsam behandelt zu werden, zeigt der Film in fesselnden Makro-Aufnahmen, in denen man den Flug der Arbeiterinnen, die Nektarabgabe im Stock, das Abstreichen und Einlagern der Pollen und die Geburt einer Königin hautnah mitverfolgen kann. Die Kameraleute sind den Bienen mit Hochgeschwindigkeits-Kameras bis in die innersten Kammern des Bienenstocks gefolgt. Die Aufnahmen zeigen, was die Bienen im Bienenstock tun und sie machen die Flügelbewegungen der fliegenden Arbeiterinnen sichtbar. Die Botschaft ist eindeutig: Diese Tiere sind zu wertvoll, um sie wie Massenware zu behandeln.

Zum Filmtrailer.

Was ist dran am Bienensterben?

Filmszenen aus MORE THAN HONEY.
Eine Honigbiene im Flug.
(Fotos: Senator Film)
Honigbiene an der Wabe.

Die Ursachen des Bienensterbens sind noch nicht ganz geklärt. Einige Faktoren konnten die Wissenschaftler aber schon festmachen: Als Hauptursache gilt die Infektion mit einem tödlichen Virus, der von der Varroa-Milbe übertragen wird. Die Milbe lebt im Bienenstock. Weitere Ursachen könnten bestimmte Pflanzenschutzmittel, Pilzinfektionen und andere Infektionskrankheiten sein.

Zwar spiegelt der Film "MORE THAN HONEY" die Meinung des Regisseurs wider, dass der achtlose Umgang mancher Menschen mit den Bienen Schuld am Massensterben ist. Dennoch scheint es logisch, dass die Umstände, unter denen Honigbienen von Menschen gehalten werden, die Tiere unter Stress setzen. Die Vermutung liegt nahe, dass sie deshalb den verschiedenen Krankmachern nichts entgegenzusetzen haben.

In den USA zum Beispiel werden Bienen mit riesigen Lastwagen durch das ganze Land von Plantage zu Plantage transportiert. Das bedeutet Stress und eine einseitige Ernährung der Bienenvölker. Geschwächt gehen sie in die Winterpause - und werden Opfer von Krankheiten und Parasiten.

Wie leben Honigbienen eigentlich?

Westliche Honigbiene. (Foto: Ricks cc-by-sa 2.1 @ wikipedia.de)
Honigbiene auf einer blauen Blüte.
Waben im Bienenstock. Der dunkelgelbe Pollen, mit dem die Bienenlarven ernährt werden, ist gut zu erkennen. (Foto: Waugsberg cc-by-sa 2.1 @ wikipedia.de)
Waben im Bienennest mit Bienen und Larven.

Honigbienen gehören zu den staatenbildenden Insekten. Sie leben in Völkern von bis zu 60.000 Tieren zusammen. Aus Wachs, den sie ausscheiden, bauen die Arbeiterinnen Waben, die aus vielen kleinen Brutzellen bestehen. Dort hinein legt die Bienenkönigin jeden Tag Hunderte von Eiern, aus denen nach drei Tagen kleine Bienenlarven schlüpfen. Sie werden von den Arbeiterinnen mit Blütenstaub ("Pollen") gefüttert.

Ältere Arbeiterinnen schwärmen aus, um Pollen und Nektar zu sammeln, von dem sie sich ernähren. Den Nektar wandeln die Bienen in Honig um, der ebenfalls in den Waben gelagert wird. Männliche Bienen nennt man "Drohnen". Sie schlüpfen im Frühsommer und fliegen dann aus, um sich mit jungen Königinnen zu paaren. Während des übrigen Jahres besteht ein Bienenvolk ausschließlich aus Weibchen.

Honigbiene und Mensch

Imker am Bienenstock. Szenenfoto aus "MORE THAN HONEY".(Foto: Senator-Film)
Zwei Imker im Imkeranzug mit Bienen.

Der Mensch nutzt die Honigbiene schon seit Jahrtausenden als Honiglieferantin. Heute werden Bienenvölker in Kästen aus Holz oder Kunststoff gehalten. In ihnen befinden sich künstliche Waben, die der Imker herausnehmen kann. So kann er regelmäßig einen Teil des Honigs entnehmen. 

Die wichtigste Aufgabe der Bienen besteht jedoch nicht darin, den Menschen Honig zu liefern, sondern darin, die Blüten zu bestäuben. Während die Bienen von Blüte zu Blüte fliegen, bleibt ein Teil des Blütenstaubes an ihnen hängen und fliegt mit zur nächsten Blüte. Auf diese Weise werden die Blüten befruchtet. Die Bienen sorgen also dafür, dass ein Apfelbaum Äpfel trägt oder eine Tomatenpflanze Tomaten hervorbringt. Mehr als zwei Drittel aller Pflanzen, die wir Menschen nutzen, wird von Honigbienen bestäubt!

Woraus machen die Honigbienen den Honig?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A Gar nicht - er ist in den Blüten enthalten.
B Aus Necktar.
C Aus Pollen.

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