Bundesamt für Naturschutz

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Biodiversität

Das Jahr 2010 ist „Das Internationale Jahr der biologischen Vielfalt“

Logo des YBD  - Internationales Jahr der biologischen Vielfalt 2010

Das Jahr 2010 wurde von der UNEP als das „Internationale Jahr der Biodiversität“ festgelegt (siehe auch rechte Spalte). Die UNEP ist so eine Art globale Umweltschutzinstitution, die Schutz- und Verbesserungsziele für Krisenregionen überall auf der Welt erarbeitet und politisch in die Wege leitet, sofern ein einzelner Staat damit überfordert ist. Es sind leider fast immer die menschlichen Aktivitäten, die den Naturhaushalt örtlich oder weiträumig aus dem Gleichgewicht bringen, ihn überstrapazieren und damit dauerhaft schädigen (degradieren). Die Folgen sind dann der Verlust der natürlichen Leistungsfähigkeit und der Belastbarkeit.

Das 2010-Kampagnenziel: Stopp des von Menschen verursachten Artenschwunds.

Schiff auf dem ausgetrockneten, salzverkrusteten Aralseegrund

(Staecker - Aralship2 @de.wikipedia) Degradierter Lebensraum: Der sibirische Aralsee trocknet aus, weil zu viele Menschen das Wasser seiner Zuflüsse abzapfen. Was bleibt, ist eine unfruchtbare, weißliche Salzwüste, also das Gegenteil von biologischer Vielfalt.

Übernutzte Landschaft in Lesotho, baum- und schon fast strauchlos. Die schüttere Grasnarbe zeigt bereits vielfältige Risse und lässt Sand hervorschauen.

(cc by sa Martin Schärli - Erosion_Lesotho @de.wikipedia) Degradierter Lebensraum: Wüstenbildung in ehemals intakten Lebensräumen entsteht oft durch Übernutzung (Überweidung, Abholzung, Verbrennung usw.), wie hier in Lesotho (Südafrika). Auch hier findet das Gegenteil von biologischer Vielfalt statt, nämlich Verarmung, Verschlechterung des Naturhaushalts und allmähliche Verwüstung.

Wenn die Menschen hungern, verfolgen sie sehr kurzfristige Ziele im täglichen Überlebenskampf. Etwa, wie komme ich heute und morgen an ausreichend sauberes Trinkwasser, an Nahrung und an Feuerholz für mich und meine Familie? Hier erarbeitet das Umweltprogramm der UN Langfriststrategien zum dauerhaften Überlebenserfolg und berät die Bevölkerung, um die schleichende Entwertung (Degradierung) ihrer Lebensräume zu stoppen. Also beispielsweise muss man erst einmal Bäume pflanzen, sie jahrelang bewässern, bevor eine Menschengeneration später auch Früchte, Blätter, Faserstoffe und das Holz dauerhaft genutzt werden können. Dazu braucht man Ausdauer, Geld und eine Zielvorstellung, die alle Handlungen einer Vielzahl beteiligter Menschen bündeln hilft. Für die angestrebte, langfristige und sich auf Dauer selbst tragende Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Umwelt gibt es einen besonderen Begriff: „Nachhaltige Entwicklung“.

 

 

 

Was bedeutet denn Biodiversität?

Amazonaszufluss vom Wasser aus gesehen, mit beiderseitiger Regenwaldszenerie

(Cesar Paes Barreto - River in the Amazon rainforest @de.wikipedia)Tropischer Regenwald am Amazonas: Einer der „Hot Spots“ der Erde mit sehr hoher Biodiversität und Artenfülle.

Übersetzt bedeutet es so viel wie Lebensvielfalt. Wir denken dabei zuerst an die Vielfalt von Pflanzen-, Pilz- und Tierarten. Doch die Sache ist komplexer, denn biologische Vielfalt umfasst mehr. Stelle Dir vor, Du fliegst in einem Flugzeug und blickst aus dem Fenster. Du erkennst keine Einzelheiten, keine Lebewesen, aber Du kannst Landschaften erkennen: Wüsten, Gebirge, Gipfel, Flüsse, Wälder, Wiesen, Felder, Sümpfe, Seen, Strände und Meere, kurz: Lebensräume für unterschiedlichste Pflanzen- und Tierarten. Das ist die höchste Maßstabsebene. Es sollen also auch die Lebensräume (das Ökosystem) mit ihrer Naturausstattung und ihren Stoffkreisläufen (Naturhaushalt) in den Blick genommen werden. Nicht nur die (relativ kleine) Betrachtungsebene des einzelnen Tieres und auch nicht nur die (größere) Betrachtungsebene der gesamten Tier- oder Pflanzenart zusammen. Und im allerkleinsten Maßstab soll sogar die genetische Vielfalt (Variabilität) regionaler Ausprägungen der Arten (z. B. Rassen) - und sogar Mikroorganismen - betrachtet werden. Denn seit Mitte des letzten Jahrhunderts findet ein drastischer Artenverlust statt. Er geht weitgehend auf das Konto der Industrialisierung und der Bevölkerungsentwicklung. Die Dramatik dieses weltweiten Prozesses machen Schätzungen deutlich: Ihnen zufolge ist die von der Menschheit verursachte weltweite Verlustrate an Tier- und Pflanzenarten (je nach wissenschaftlichem Ansatz) einhundert - bis tausendmal höher als der natürlicherweise zu erwartende Artenschwund. Das bedeutet: Wir Menschen rotten immer weitere Arten - meist durch Unwissenheit und Lebensraumzerstörung- vollständig aus.

Dieser unwiederbringliche Verlust hat folgenschwere Auswirkungen für uns alle, denn die biologische Vielfalt ist so etwas wie eine Datenbank der Natur. Ein Erbe nicht nur - aber auch für die Menschheit. Und das nicht bloß für zukünftige Generationen: Milliarden Menschen leben tagtäglich überall direkt von der natürlichen Artenvielfalt. Sie ist die unersetzliche Rohstoffbasis, um die Grundbedürfnisse unserer wachsenden Weltbevölkerung zu decken. Und, sie ist auch ein Schutzschild für unsere Gesundheit, denn hunderte von Arzneimitteln stammen von Tieren und Pflanzen. Von den weitaus meisten Arten wissen wir noch nicht, inwieweit sie uns einmal von Nutzen sein könnten. Wir wissen aber, dass wir jährlich viele Arten entdecken, deren Substanzen uns neue Heilmittel liefern. Der natürlichen Vielfalt verdanken wir Gesundheit, Nahrung, Rohstoffe, Sicherheit und lebenswichtige Leistungen der Ökosysteme. Wir riskieren viel, wenn wir Menschen allzu sorglos große Bereiche aus diesen natürlichen Datenbanken unwiederbringlich löschen. Die Bundesregierung Deutschlands und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, sowie das Bundesamt für Naturschutz sind an der IYB-Kampagne 2010 beteiligt. Die Naturdetektive werden ihre Aktivitäten im Verlauf des Jahres begleiten.

Weitere Information unter  www.biologischevielfalt.de .

Wie heißt diejenige Institution der United Nations, die sich mit Fragen der nachhaltigen Umwelt-Entwicklung befasst und internationale Vereinbarungen in der Umweltentwicklung herbeiführt?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A UNHCR
B UNEP
C IUCN


 

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Was ist die UNEP?

Logo der UNEP

UNEP ist das Kürzel für eines der wichtigsten Programme der Vereinten Nationen (engl. United Nations, UN), die sich speziell mit dem Schutz der Umwelt und deren Entwicklung befasst (United Nations Environment Programme, kurz UNEP) Schwerpunkte des Umweltprogramms sind die Entwicklung internationaler Vereinbarungen in Bezug

• auf Klimaveränderung und Verschmutzung der Erdatmosphäre,

• auf Probleme mit dem Trinkwasser,

• auf Schädigung der Küstenregionen und Ozeane,

• auf Verschlechterung des Bodens und Wüstenbildung,

• auf gefährliche Abfälle und giftige Chemikalien,

• sowie auf das Artensterben.

Zusammen mit Klimakatastrophen, wie Dürren, Überschwemmungen und Hurrikanen führen diese Faktoren schnell zu regionalen Hungersnöten und vollständiger Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit, und zu oft existenzieller Bedrohung von Leben oder Gesundheit. Mit Hilfe von wissenschaftlichen Untersuchungen, nationalen Abkommen, Kampagnen und Unterstützungsgeldern unternimmt die UNEP vor Ort ernsthafte Anstrengungen, den Naturhaushalt möglichst zu verbessern - unter anderem kommt das auch den dort vorkommenden Tieren und Pflanzen zugute. Dazu arbeitet die UNEP mit staatlichen Institutionen und auch mit sogenannten NGO’s (Non Gouvernement Organisations), also nichtstaatlichen Verbänden zusammen. Nach dem langjährigen Leiter (Executice Director) des Umweltprogamms Professor Klaus Töpfer ist der nachfolgende, derzeitige Leiter der UNEP ebenfalls ein Deutscher, Achim Steiner. Der Hauptsitz der UNEP ist Nairobi (Kenia) in Afrika. Im Rahmen der UNEP wurden wichtige zwischenstaatliche Umweltabkommen ins Leben gerufen. Ein wesentlicher Meilenstein in der Arbeit der UNEP ist z. B. das internationale Abkommen für wandernde Tierarten (Bonner Konvention) mit seinen diversen Teil- und Regionalabkommen - z.B. für Kleinwale, wandernde Vogel- und Meerestierarten usw. So konnte bereits ein gewisser Schutz für Meeres-Säuger und für eine Vielzahl von gefährdeten, wandernden Vogelarten geschaffen werden, darunter auch für unseren geliebten Weißstorch.

In Kürze: Was bedeuten die Begriffe

1. Hohe Biodiversität?
Hohe Lebensvielfalt
2. Degradierung?
Substanzielle Verschlechterung eines natürlichen Ökosystems
3. Nachhaltige Entwicklung?
Dauerhafte Verbesserung eines natürlichen Ökosystems
4. Lebensräume?
Teilbereiche des Ökosystems, bestehend aus Naturausstattung plus Naturhaushalt

Letzte Änderung: 08.02.2010

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