Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü


Suche in www.bfn.de

WochenWettbewerb vom 16. Februar bis 22. Februar 2010

Willkommen Naturdetektive zum WochenWettbewerb der Naturdetektive!

Was machen denn unsere heimischen Tiere im Winter?

Im Winter sind nur sehr wenige Tierarten in freier Natur sichtbar. Im Sommer ist es für alle Arten verhältnismäßig leicht zu überleben. Aber im Winter brauchen sie gute Überlebensstrategien. Besonders einschneidend ist die im Winter allgegenwärtige Nahrungsknappheit, denn es wächst ja nichts Grünes. Und auch die Kälte setzt vielen Organismen zu. Am besten verkriecht man sich da für ein paar Monate in einem Unterschlupf und fällt in einen tiefen Winterschlaf. Aber das können nur wenige.


Ziehende Kraniche in typischer Keilform

(cc-by-sa Andreas Trepte@de.wikipedia) Kraniche sind typische Zugvögel mit verschiedenen Sommer- und Winter-Lebensräumen

Also haben die heimischen Tiere eine Fülle von verschiedenen Anpassungsstrategien entwickelt, um auch solch relativ komplizierte Lebensräume, wie dem unsrigen, besiedeln zu können, wo die Jahreszeiten so ausgeprägt verschieden sind. Tiere, die in unseren Breiten regelmäßig überleben können, müssen also über mindestens zwei Überlebensstrategien verfügen: Eine für den Winter und eine für den Sommer.

Und die wenigen auch im Winter aktiven Tiere haben eines gemeinsam: Den Hunger. Wer sich am besten über die nahrungsarme Zeit hungert und trotzdem gesund bleibt, hat im Frühjahr die besten Startchancen, denn der Tisch ist im Moment alles andere als reich gedeckt. Also ist absolutes Energiesparen durch Ruhe und möglichst wenig Bewegung für die meisten Tiere sehr wichtig.

Vögel können dem Frost besonders gut ausweichen, indem sie vorübergehend in wärmere Regionen wandern. Fliegen sie sehr weit und bleiben sie dort in einem Überwinterungsquartier (z.B. in Afrika), nennt man sie Zugvögel. Weichen sie nur vor dem strengsten Frost nach Süden aus, wechseln gewissermaßen nur den „Landstrich“, nennt man sie Strichvögel. Da kann der Igel nicht mithalten: er muss in den Winterschlaf und dabei möglichst viel Energie einsparen. 

Pflanzenfresser (Herbivoren)

Was ist im Winter denn so entscheidend anders als im Sommer? Nun, es gibt kaum frisches Grünfutter, besonders unter einer dicken Schneedecke (für Grünfutterverwerter wie Rot- und Damwild, Rehwild, Hasen, Kaninchen). Also wird in Winterzeiten auch die grüne, frische Rinde von jungen Bäumen angeknabbert und auch deren Zweige mit den noch unentwickelten Knospen werden in der Not nicht verschmäht. Aber satt macht das nicht. Besonders verführerisch sind daher für die Waldtiere die Felder der Bauern mit frisch aufgekeimter Wintersaat.

Sperber im Flug

(cc-by-sa Christian Knoch@de.wikipedia ) Dieser Sperber kann sehr gut im Flug auf der Stelle stehen (Rüttelflug) und das Gelände unter sich beobachten.

Fleischfresser (Carnivoren)

Greifvögel und auch schon mal den Fuchs sieht man im Winter manchmal an den Autobahnen entlang patroullieren, um von überfahrenen Tieren (z.B. Haus- und kleine Pelztiere) zu profitieren: Auch hier wird eine strategische Verhaltensänderung sichtbar: Hier werden aus aktiven Sommerjägern für eine kurze Zeit der Not Aasfresser. So lange, bis es wieder Mäuse und Jungkaninchen zu jagen gibt.

Eulen haben ein sehr gutes Gehör. Sie können die Bewegungen von Mäusen entlang der Gänge sogar unter dem Schnee hören und so auch bei geschlossener Schneedecke gezielt nach Mäusen jagen.

Allesfresser (Omnivoren)

Bache mit Frischlingen

(Dave Pape @de.wikipedia) Schwarzkittel, Schwarzwild, oder Wildschwein, Muttertier (Bache) mit Frischlingen in typischer Fellzeichnung

Von sogenannten Gemischtköstlern (Allesfressern) wie dem Braunbär, dem Waschbär, dem Dachs und den Wildschweinen ist bekannt, dass sie sich im Herbst zunächst eine dicke Speckschwarte anfressen. Die Braunbären und Dachse überwintern in Höhlen und fallen in eine mehr oder weniger intensive, winterschlafähnliche Winterruhe, wobei der gesamte Stoffwechsel reduziert ist, und zehren monatelang von den Fettreserven. Allerdings können sie den Winterschlaf auch unterbrechen. Waschbären faulenzen in der ärgsten Zeit ein paar Tage, sind aber ansonsten aktiv.

Die Wildschweine bleiben jedenfalls munter und setzen sogar im Spätwinter bei Schnee ihre Frischlinge ab. Sie profitieren auch im Winter noch hauptsächlich von der Buchecker- und Eichelmast (Samen der Buchen und Eichen) des letzten Herbstes. Diese Futterquelle können sie jetzt noch nutzen, dank der Fähigkeit zum Durchgraben des Waldbodens mit ihren starken Hauerzähnen und der langen Rüsselschnauze.

Die Wochenfrage lautete:

Wie werden die Langstreckenflieger unter den Vögeln genannt, die nur in der warmen Jahreszeit bei uns anzutreffen sind?

A = Standvögel

B = Strichvögel

C = Zugvögel

Die richtige Lösung ist: C = Zugvögel




 

zurück

Winterfütterung

Rotwild im Gehege

Rothirsche im Winter auf einer Waldlichtung (Foto HU)

Winterfütterung findet in den bewirtschafteten Wäldern Europas ziemlich regelmäßig statt. Jagdpächter und Förster versuchen, mit Futtergaben Fraßschäden auf den waldnah gelegenen Äckern durch Rotwild, Damwild, Sikawild, sowie von Muffel-, Reh- und Schwarzwild möglichst gering zu halten. Sie müssten sonst an die geschädigten Bauern Ausgleichszahlungen leisten.

Außerdem will der Förster nach Möglichkeit den Wildverbiß an jungen Waldbäumen minimieren. Diese wachsen nämlich entweder gar nicht mehr weiter oder verkrüppeln und verbuschen häufig. Der Förster ist aber besonders an geradstämmigem Wuchs seiner Bäume interessiert, weil die sich besser zu Nutzholz verarbeiten - und darum teurer verkaufen lassen.

Der Jagdpächter wiederum ist an einer möglichst hohen Bestandsdichte mit jagdbarem Großwild interessiert, so dass es in vielen Fällen zu einer Überbelegung der Jagdreviere mit unnatürlich hohen Wildbeständen kommt. Dazu trägt dann allerdings die Winterfütterung bei. Was auf jeden Fall auf der Strecke bleibt, ist die natürliche Auslese durch die Härten des Winters. Und die Rolle der in Deutschland weitgehend fehlenden Wölfe haben nun die menschlichen Jäger übernommen.

In Kürze: Was bedeuten die Begriffe

1. Winterschlaf?
Eine durchgehende, mehrmonatige Tiefschlafphase mit deutlich herabgesetzten Körperfunktionen, wie Herzschlag und Körpertemperatur
2. Winterruhe?
Länger andauernde, mit Wachphasen abwechselnde Tiefschlafphasen, mit weniger deutlich herabgesetzten Körperfunktionen
3. Wechselwarme Tiere?
Tiere mit keiner eigenständigen Temperatur-Regulation, also alle Insekten, Mollusken, Fische, Würmer, Amphibien, Reptilien (u.a.)
4. Warmblütige Tiere?
Tiere mit einer eigenständigen Körpertemperatur-Regulation, d.h. die Temperatur wird unabhängig von der Umgebungstemperatur auf einem bestimmten Niveau gehalten. Das sind alle Vögel und alle Säugetiere

Der Gewinn

Abbildung des Titels CD Erlebnis Wald

1x „Erlebnis Wald - Tierstimmen und Geräusche im Wald“, CD und Beiheft mit vielen Informationen und farbigen Zeichnungen, Edition Ample

VIEL GLÜCK!

Gewinnerin/Gewinner der Vorwoche ist: Elke Brückner

 

Die richtige Lösung der Vorwoche ist: B = UNEP

Herzlichen Glückwunsch!

2010 Jahr der Biologischen Vielfalt

Logo Jahr der Biologischen Vielfalt 2010

Weitere Information unter
 www.biologischevielfalt.de.

Letzte Änderung: 16.02.2010

 Artikel drucken