Unser täglich Wasser!
Es gibt viele verschiedene Gewässertypen bei uns in Deutschland
Was ein „Gewässer“ ist, ist doch klar wie Kloßbrühe, oder etwa nicht? Wir werden versuchen, etwas Klarheit in das Thema zu bringen, damit wir nicht immer „im Trüben fischen“ müssen!

(Historische Militärkarte der österreichisch-ungarischen Monarchie von 1764 bis 1787, pd @wikipedia.de) Darstellung von Wien mit dem damals noch natürlichen, üppig breiten Gewässerauenbereich der Donau mit vielen Flussschleifen und Altarmen. Ein Landschaftstyp, der in Mitteleuropa inzwischen Seltenheitswert hat.

(NASA photography of Vienna, Austria, Vienna 2002102, pd) Aktuelles Satellitenfoto v. Wien, 2002. Da, wo früher die Donauauen waren, ist heute ein Häusermeer. So ist es auch in Deutschland. Flüsse sind fast alle begradigt, ausgebaut, besiedelt, von Verkehrsadern eingezwängt.
Süßwasser ist die Lebensgrundlage für alle Landlebewesen!

(cc-by-sa Ötzi @wikipedia.de) Sehr großer Quelltopf bei Blaubeuren. Quellwässer sind sauber und extrem nährstoffarm. Sie bieten deshalb nicht vielen Organismen Lebensraum, diese allerdings sind hochspezialisiert und damit sehr selten und gefährdet

(Quelle: Zumthie_Offlum-Trinkwasserbrunnen_pd_ @wikipedia.de) Mit solchen Betonröhren werden meist keine natürlich zutage tretenden Quellen gefasst, sondern der Grundwasserspeicher durch eine Bohrung angezapft. Quellen werden als Trinkwasserschutzgebiete besonders geschützt

(cc-by-sa SehLax @wikipedia.de) Gletschermund mit Schmelzwasser in seiner typisch milchiggrauen Farbe, die erst später ein tiefes Blau annimmt. Das Gletschereis ist mit einer Ruß- und Staubschicht überdeckt und sieht daher aus wie Fels
Wasser? Alles roger, kommt bei uns aus der Wasserleitung! Kristallklar und genießbar, ein echtes Lebensmittel, das wir zum Trinken, Backen, Kochen usw. nutzen. Oft gedankenlos, weil wir damit schon mal gerne länger duschen, öfter mal damit das Auto waschen, das Klo spülen, Wäsche damit waschen, den Pool füllen, den Garten damit bewässern. Dabei vergessen wir oft, dass genießbares Wasser in Trinkwasserqualität zu dem Seltensten gehört, was Mutter Natur uns auf Erden anzubieten hat. Man spricht deshalb manchmal auch vom „Blauen Gold“, weil es in manchen Erdgegenden so kostbar ist. Und so kommt es, dass mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung keinen geregelten Zugang zu sauberem Wasser hat (das sind mehr als 3 Milliarden Menschen). Da, wo es kein sauberes Trinkwasser gibt, kommt es in der Bevölkerung sehr rasch zu Durchfallerkrankungen und Auszehrung des Körpers. Das wird besonders für Kinder gefährlich.
Wasser ist vielfältiger Lebensraum für viele Artengemeinschaften

(cc-by-sa Tbachner @wikipedia.de) moderne Klärwerke können viel mehr, als dreckiges Wasser reinigen. Heutzutage sind sie vielfach auch Kraftwerke zur Biogas- und Stromgewinnung, d.h. sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung erneuerbarer Energien

(Christoph Holzhäuer @wikipedia.de) Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung legen wir Menschen ganze Gebirgstäler durch eine Sperrmauer still und fluten sie in Regenzeiten mit sauberem Wasser als Vorrat für regenarme Zeiten

(cc-by-sa, Malene Thyssen @wikipedia.de) Wälder sind Wasserspeicher in der Regenzeit, und Wasserspender in Trockenzeiten. Das Laub sorgt über die Verdunstung auch für Wolkenbildung. Wälder wirken also bei Klimaschwankungen ausgleichend
Der Reichtum an Lebensgemeinschaften im Meer und im Süßwasser scheint unermesslich groß. Aber schon kleinste Störungen können sehr weit reichende, schlimme Auswirkungen haben. Eine einzige Tankerkatastrophe kann ein einmaliges Ökosystem, wie ein komplettes Korallenriff, und viel mehr noch, vernichten. Nichts wird hinterher so sein, wie zuvor, obwohl die Regenerationsfähigkeit der Natur oft erstaunlich ist. Industrieabwässer und ungeklärte Hausabwässer haben in der Vergangenheit in unseren Fließgewässern flächendeckend zu lebensarmer Ödnis und Leere geführt. Erst die Errichtung eines umfangreichen Gesetzes- und Regelwerkes haben diesen Trend wieder umgekehrt: Die "Gewässergüte" (Wasserqualität) des Rheins und aller anderen Flusssysteme in Deutschland hat sich von den 1970iger Jahren bis heute beträchtlich verbessert, und es haben sich fast alle Artenbestände wieder erholt. Mehr noch, es konnten auch viele Arten, die bereits im Gewässersystem des Rheins ausgestorben waren, wieder angesiedelt werden. Aber festzuhalten ist, dass es eine Herkulesaufgabe ist, hinterher wieder alles zu richten, was vorher aus dem Ruder gelaufen ist. Der frühere Optimalzustand wird in der Regel nicht mehr erreicht.
Was für Gewässer kann man unterscheiden?
- Da ist zunächst mal der Grundwasserkörper. Dieser wird aus Niederschlagswasser (Regen, Schnee) durch natürliche Versickerung gespeist. Mal liegt er fast bewegungslos auf undurchlässigen Boden- (Ton, Lehm) und Gesteinsschichten, manchmal fließt er unsichtbar und langsam auf diesen undurchlässigen Schichten unterirdisch dahin. Jedenfalls ist das Grundwasser durch die Filterwirkung des Bodens recht sauber und versorgt den gesamten belebten Oberboden mit aufsteigender Feuchtigkeit (Kapillarwirkung), auch wenn es mal nicht regnet. Manchmal tritt - z.B. in Tälern oder Mulden - Grundwasser in einer Quelle zutage und ist der Beginn eines kleinen, oberirdisch abfließenden Rinnsals. Regnet es einmal längere Zeit nicht, verdunstet vieles von dem Grundwasser durch die Kapillarwirkung des Bodens. Der Grundwasserspiegel kann sich je nach der Örtlichkeit von einigen Zentimetern bis auf viele Meter (20m und mehr) unter der Oberfläche befinden.
- Man kann salzhaltige Gewässer (Ozeane und Meere) von Süßwasser unterscheiden. Das meiste Wasser auf unserem Heimatplaneten Erde ist salzig, und damit für fast alle Landlebewesen - zu denen auch wir Menschen gehören - nicht genießbar. Das „Süßwasser“ ist nicht wirklich süß, sondern nur nicht salzig (neutral) und wird über den Verdunstungsprozess nach dem Prinzip der Destillierung aus Meerwasser von seinen Mineralstoffen befreit (die im Meer zurückbleiben) und regnet oder schneit über dem Land ab. Treibende Kraft ist die Sonne, die Meerwasser überall auf der Welt verdunsten lässt. Der Wasserdunst steigt in der Luft auf und kühlt dabei ab, wodurch sich Wolken bilden, aus denen dann irgendwo wieder größere Regentropfen fallen können. Man spricht hier ohne Übertreibung vom großen Wasserkreislauf!
- Das Regenwasser versickert zum Teil im Boden und speist den vorhandenen Grundwasserkörper in Form von Sickerwasser. Ein anderer Teil fließt über unzählige Rinnen und Furchen oberirdisch den tiefsten Stellen zu und speist die dortigen Bäche, Flüsse und Seen.
- Man kann ferner unterscheiden zwischen einem Stillgewässer und einem Fließgewässer. Als Stillgewässer bezeichnet man periodisch austrocknende Wasserlöcher oder Tümpel, Weiher, Teiche (künstliche Weiher) und Seen, die ganzjährig Wasser halten. Sie werden nur durch das Grundwasser und das Regenwasser gespeist. Als Fließgewässer bezeichnet man oberirdische Wasserkörper in Bewegung, d. h. sie kommen von irgendwo weiter oben aus einem Gebirge und fließen irgendwohin nach unten ins Meer. Fließgewässer sind (von der Quelle abwärts): das Rinnsal, der Bach, der Fluss, der Strom, das Mündungsdelta im Meer.






