Bundesamt für Naturschutz BfN

Hauptbereichsmenü



Lexikon

Ökosystem See


Seerosen (Foto: cc-by-sa-3.0, Marco Schmidt @wikipedia.de)
Seerosen

Ökosystem See

Ein See ist ein stehendes Gewässer mit Zu- und Abflüssen, das von Land umgeben. Es gibt viele Arten von Seen: künstlich angelegte Seen (wie Stauseen oder Baggerseen) und natürlich entstandene Seen. Natürlich entstanden sind Seen nach der Eiszeit durch das Schmelzwasser, das sich in riesigen Becken gesammelt hat. Beispiele sind die großen Seen in Nordamerika, an der Grenze zu Kanada. Auch der Bodensee in Süddeutschland oder die Müritz im Nationalpark Müritz sind auf diese Weise entstanden. Eine weiteres Beispiel für natürlich entstandene Seen sind Kraterseen, die vulkanischen Ursprungs sind.

Der tiefste See der Erde ist der Baikalsee in Russland. Der Victoriasee in Afrika ist der zweitgrößte Süßwassersee der Erde. Das Kaspische Meer ist der größte See der Erde. Er ist ein Salzwassersee.

Ein Teich unterscheidet sich von einem See durch seine geringere Tiefe.

Im Gegensatz zum Teich ist ein See in verschiedene Zonen untergliedert.

Wie ist ein See aufgebaut?

Graureiher (Foto: cc-by-sa, J.M. Garg @wikipedia.de)
Graureiher
See im Spreewald (Foto: gemeinfrei, Oktaeder @wikipedia.de)
See im Spreewald

Seen kann man in verschiedene Bereiche unterteilen. Es gibt die Freiwasserzone (Pelagial) und die Bodenzone (Benthal).

Zur Freiwasserzone gehören:

Die trophogene Zone wird auch die Aufbauschicht genannt. In dieser oberflächennahen Zone ist viel Sonnenlicht vorhanden. Die Wassertemperatur wird von der Lufttemperatur beeinflusst. Hier kommen viele Algen und Wasserpflanzen vor, die mit Hilfe des Lichts Photosynthese betreiben. Bei der Photosynthese wird Sauerstoff gebildet. Somit ist die trophogene Zone auch die Zone, die am sauerstoffreichsten ist.

Zwischen trophogener Zone und tropholytischer Zone befindet sich die Kompensationsebene. Dies ist die Zone, in der gerade noch so viel Sonnenlicht vorhanden ist, dass die Pflanzen noch Photosynthese betreiben können. Hier herrscht ein Gleichgewicht zwischen der Sauerstoffproduktion der Wasserpflanzen und dem Sauerstoffverbrauch der Wasserbewohner.

Die unterste Schicht ist die tropholytische Schicht, auch Abbauschicht genannt. Sie bildet die Schicht, in der Pflanzen aufgrund des Lichtmangels keine Photosynthese mehr betreiben können. Die Reste abgestorbenener Pflanzen und Tiere, Laub und Ausscheidungen sinken auf den Grund des Sees und werden dort von Destruenten zersetzt. Bei diesen Abbauprozessen wird Sauerstoff verbraucht, die Schicht ist deshalb sauerstoffarm.

Typische Bewohner der Freiwasserzone sind Fische wie Karpfen, Hecht, Wels, Rotfeder und Plötze. Aber auch die Spitzschlammschnecke und die Teichmuschel findest du hier.

Zur Bodenzone gehört die Uferzone. Sie ist ein wichtiger Lebensraum für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Im Schilfgürtel versteckt ziehen viele Wasservögel ihre Jungen groß, Teichmolche und Frösche haben hier ihre Laichstuben.

Umgekippte Seen

eutropher See (Foto: cc-by-sa A. Heidemann @wikipedia.de)
eutropher See

Im Jahresverlauf kommt es durch die Herbst- und Frühjahrsstürme zu einer Durchmischung dieser Schichten. So durchmischt sich das oberflächennahe, sauerstoffreiche Wasser mit den sauerstoffärmeren Wasserschichten. 

Im Sommer und im Winter bilden sich stabile Schichten. Kaltes Wasser sinkt immer nach unten. Das oberflächennahe Wasser wird im Sommer erwärmt und durchmischt sich somit nicht mit der kalten Tiefenschicht.

Wenn viele Nährstoffe in einen See gelangen, dann fördert das das Pflanzenwachstum. Die Folge ist ein kurzfristig ansteigender Sauerstoffgehalt in der oberflächennahen Schicht, während immer mehr Reste abgestorbener Pflanzen und Tiere nach und nach auf den Grund sinken. Bei ihrer Zersetzung wird Sauerstoff verbraucht und noch mehr Nährstoffe gelangen in den See. Das gleicht einer künstlichen Düngung. Hält dieser Vorgang an, wird der tiefen, sauerstoffarmen Schicht sämtlicher Sauerstoff entzogen. Alle weiteren Abbauprozesse finden dann ohne Sauerstoffzufuhr statt, es bildet sich Faulschlamm und der See eutrophiert.

Ein eutrophierter See enthält nur noch wenig Sauerstoff, auf dem Boden befindet sich viel Faulschlamm. Auch die Aufteilung der einzelnen Zonen verändert sich stark. Die tropholytische Zone stellt die größte Zone dar. Auch die Kompensationsebene ist größer geworden, dagegen hat sich die trophogene Zone stark zurückgebildet.

Somit wandelt sich ein gesunder See in einen kranken See. Er kippt um.

Wie kommen die Nährstoffe in den See?

Es gibt viele Wege, wie Nährstoffe und Nährsalze in den See gelangen.  Ein großes Problem stellen vor allem Abwässer und Dünger dar. Das Düngen von Feldern trägt massiv dazu bei, dass Stickstoff und Phosphate mit dem Niederschalg und über das Grundwasser in den See gelangen.

Welche ist keine Eigenschaft der trophogenen Zone?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A ein hoher Sauerstoffgehalt
B ein hohes Pflanzenwachstum
C eine ausgeprägte Faulschlammschicht

zurück

Schwanenfamilie

Warum können Fische auf dem Grund des Sees überwintern?

Wenn Seen zufrieren, friert nicht der ganze See zu, sondern nur das Wasser an der Oberfläche. Unten am Grund des Sees hingegen bleibt die Temperatur immer konstant auf 4°C. Das liegt daran, dass Wasser bei 4° Celsius seine größte Dichte hat und dann am schwersten ist. So können Fische auf dem Grund des Sees überwintern, ohne dass sie erfrieren müssen.

Haubentaucher