Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Wenn die Kraniche ziehen


Fliegender Kranich, Nahaufnahme.

Ein Kranich im Flug. (Foto: Steve Garvie / pixelio)

Wenn du zwischen der Ostseeküste und Rheinland-Pfalz wohnst, dann kannst du in diesen Tagen besonders auffällige Zugvögel beobachten: Die Kraniche ziehen in ihre Überwinterungsgebiete. An manchen Tagen sind sie zu Tausenden unterwegs - insgesamt rund 200.000 Kraniche sollen zur Zeit über Europa fliegen. Erkennen kannst du sie an ihren lauten, trompetenartigen Rufen und an ihrer Flugformation, die wie eine riesige geschwungene Eins oder ein großes Himmels-V aussieht. 

Hör mal, wie Kraniche rufen:  Hier klicken.

Woher kommen die Kraniche?

Kraniche in Flugformation am Himmel.

(Foto: Uwe Todte / pixelio)

Kraniche am Rastplatz.

(Foto: Bernd / pixelio)

Kraniche brüten im nordöstlichen Mitteleuropa und Skandinavien, wo sie während des Sommers ihre Jungen aufziehen. Aus den Brutgebieten fliegen die Kraniche auf den immer gleichen Routen in ihre Winterquartiere. Sie versammeln sich im Oktober und November an bestimmten Rastplätzen zu großen Scharen - in Nord- und Ostdeutschland mit bis zu 50.000 Tieren. Bis in den November hinein starten die Tiere dann zu ihrer nächsten großen Flugetappe. Manche überwintern bereits in Frankreich, andere fliegen weiter nach Spanien, wenige auch bis nach Nordafrika.

Kraniche haben ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten und verständigen sich während des Fluges permanent durch laute Kontaktrufe. Aus diesem Grund hört man die Tiere meistens, bevor man sie entdeckt. Die Flugformation folgt einem festen Muster: Kräftige, erfahrene Vögel führen die Gruppe an, hinter ihnen folgen Familien mit ihren Jungtieren.

Wie verbringen Kraniche den Sommer?

Ein Kranich steht im hohen Gras.

Der Kranich ist einer unserer größten heimischen Vögel. (Foto: Marek Szczepanek@wikipedia.de)

Von Frühling bis Herbst leben Kraniche in Bruchwäldern, Mooren und Sümpfen. Auf der Suche nach Nahrung schreiten die Vögel mit majestätischen Schritten durch ihr Revier. Mit ihrem spitzen Schnabel pflücken sie Insekten von den Pflanzen, picken Körner von den Halmen oder durchwühlen das Erdreich nach Saaten. Sie erbeuten auch Reptilien, Amphibien und kleine Säugetiere. 

Kraniche leben monogam. Das bedeutet, dass ein Kranich-Paar sein ganzes Leben lang zusammen bleibt. Jedes Jahr im Frühling kann man den Balztanz der Kraniche beobachten - ein beeindruckendes Schauspiel, bei dem die Vögel flügelschlagend in die Luft springen und den Partner umwerben.

Von März bis Mitte April legen Kraniche ein bis zwei Eier ab. Die Nester befinden sich in sumpfigem Gelände, häufig auf kleinen Inselchen im flachen Wasser. So sind die Eier vor Nesträubern geschützt. Nach etwa einem Monat schlüpfen die Kleinen, die als Nestflüchter das Nest schon nach 24 Stunden verlassen können.

Kraniche sind sehr fürsorgliche Eltern und begleiten ihre Jungen ein ganzes Jahr lang von der Schlupf bis zu ihrer nächsten Brut. So stehen die Jungvögel auch während des Zuges in die Überwinterungsgebiete und zurück unter dem Schutz der Alten.

Mehr über Zugvögel

Wenn du noch mehr über Zugvögel wissen willst,  dann schau hier nach.

 

Wo überwintern die Kraniche, die über Deutschland hinweg ziehen?
A oder B oder C - nur eine Antwort ist richtig.
A In Frankreich und Spanien
B Südlich der Sahara
C In Skandinavien und Osteuropa

zurück

Die Bonner Konvention: Schutz für Wandervögel

Das Logo der "Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten", auf englisch "CMS".

Wandernde Tierarten halten sich nicht an Ländergrenzen. Sie ziehen manchmal durch viele verschiedene Staaten und brauchen dort freien Durchgangsraum und geeignete Rastplätze. Um wandernde Tiere an ihrem Start- und Zielpunkt, aber auch unterwegs zu schützen, müssen viele Länder zusammenarbeiten. Deshalb gibt es schon seit fast 30 Jahren die "Bonner Konvention zum Schutz wildlebender wandernder Tierarten", die inzwischen 109 Staaten unterschrieben haben. In der Konvention sind Maßnahmen festgeschrieben, die die Staaten zum Schutz der Tiere ergreifen sollen. So sollen sie zum Beispiel Wilderer bekämpfen oder den Abschuss von Zugvögeln in ihren Ländern verbieten.