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Lexikon

Felsen der Mittelgebirge


(Foto: gemeinfrei)
Landschaft im Elbsandstein

Die Felsen unserer Mittelgebirge sind kein Lebensraum für Zimperlinge. Je nach Wetter sind sie Regen, Schnee und Wind ausgesetzt oder sie braten in der heißen Sonne. Hier überleben nur Spezialisten. Deshalb gibt es am Fels besonders seltene Tier- und Pflanzenarten.

Genügsam und bescheiden: Pflanzen am Fels

Am Fels wächst der Weiße Mauerpfeffer - Babynahrung für Apollofalter. (Foto: Simon Eugster cc-by-sa 3.0)
Blühender Mauerpfeffer
Der Apollofalter ist bei uns sehr selten. (Foto: gemeinfrei)
Apollofalter auf Wiese in Gebirge

Ein Plätzchen am Fels ist bei den meisten Pflanzen nicht besonders beliebt: Wasser kann nicht versickern und es gibt kaum Erde. Trotzdem gibt es einige besonders genügsame Exemplare, die hier wachsen können. Sie krallen sich mit ihren Wurzeln in winzige Spalten, in denen ein paar Krumen Erde liegen geblieben sind.

Für Bäume und Sträucher ist in der Steilwand kein Platz - die Pflanzen der Felsen sind eher kleinwüchsig. Doch gerade deshalb ist der Fels für sie besonders wertvoll: Hier nimmt ihnen niemand das Sonnenlicht und die wenigen Nährstoffe weg. An den Felsen wachsen deshalb oft Pflanzen, die woanders keine Chance haben. Sie sind so perfekt an ihren kargen Lebensraum angepasst, dass es viele von ihnen nur hier gibt.

Seltene Insekten

Besondere Pflanzen ziehen besondere Insekten an. So gibt es an den Felsen oft auch Insektenarten, die anderswo schon längst verschwunden sind. Der Apollofalter ist so ein Kandidat. Er ist in Deutschland sehr selten. Seine Raupen knabbern ausschließlich an den jungen Trieben des Weißen Mauerpfeffers, einer häufigen Felspflanze. Deshalb legen Apollofalter ihre Eier gerne in kleine Felsrisse - am liebsten dort, wo der Pfeffer wächst.

Tierische Felsbewohner: Reptilien und Vögel

Mauereidechsen sonnen sich auf den warmen Felsen. (Foto: Sonja Goetzke)
Mauereidechse
Eine Zauneidechse. (Foto: gemeinfrei)
Zauneidechse
Eine Schlingnatter wärmt sich in der Sonne auf. (Foto: Christian Fischer cc-by-sa 3.0)
Schlingnatter auf Sandweg
Wanderfalken gelten als die schnellsten Vögel.(Foto: Kevin Cole cc-by 2.0)
Wanderfalke fliegt vor Felswand
Uhus sind die größten Eulen. (Foto: Klaus Tamm)
Uhu im Regen

Reptilien und Vögel sind besonders dankbare Bewohner der Felsen. Reptilien, weil sie sich auf dem aufgeheizten Stein sonnen können und Vögel, weil der Fels ihnen Nistplätze und einen guten Überblick verschafft. Unter den Reptilien kannst du vor allem Mauereidechsen und Schlingnattern am Fels beobachten. Typische Vögel der Mittelgebirgsfelsen sind Wanderfalken und Uhus.

Eidechsen und Schlangen

Räuber und Beute auf engstem Raum: Schlingnattern fressen fast nur Eidechsen - wie praktisch, dass sie sich den Lebensraum Fels mit ihrem Lieblingsfutter teilen.

Alle Reptilien sind wechselwarm. Das bedeutet, dass ihre Körpertemperatur von der Außentemperatur abhängt. Vor allem am Morgen sind die Tiere deshalb auf sonnige Plätze angewiesen, an denen sie sich ungestört in der Sonne räkeln und aufwärmen können. Geröllhalden und Findlinge am Felsfuß wärmen sich schnell auf und sind deshalb beliebte Sonnenplätze für Schlangen und Echsen.

Mehr über Eidechsen

Mehr über die Schlingnatter

Wanderfalke und Uhu

Wanderfalken gelten als die schnellsten Vögel. Bis zu 300 Stundenkilometer können sie im Sturzflug erreichen! Ihre Beute sind Singvögel, die sie in der Luft packen. Wanderfalken brüten an Felswänden und hohen Gebäuden.

Uhus sind die größten Eulen - Uhuweibchen können eine Flügel-Spannweite von fast zwei Metern erreichen. Mit ihren starken Krallen können sie ausgewachsene Bussarde und Waldohreulen jagen. Ihr Schnabel wird sogar mit stacheligen Igeln fertig. Uhus bauen ihren Horst gerne in kleinen Felshöhlen hoch über dem Erdboden.

Mehr über den Uhu.

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(Grafik: BfN)
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(Foto: Nina Moltrecht)
Margerite über Felsen

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Am Fels kann man auch klettern. Mehr über den Natursport erfährst du hier:

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Auch im Hochgebirge gibt es ganz besondere Tiere. Lies hier alles über den Lebensraum Alpen:

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Wir leben am Fels:

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