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Lexikon

Hecht - Fisch des Jahres 2016

Die Bestände des Hechts gehen zurück

Der Hecht ist Fisch des Jahres 2016. Obwohl er bei uns sehr verbreitet ist, ist er in den meisten Gewässern nicht häufig. Doch das soll sich ändern: Der Lebensraum für Hechte und viele andere Bewohner der Flüsse und Seen soll sich verbessern.

Geschickter Jäger ohne Kinderstube

Eine Hecht-Hochzeit. (Foto: Herbert Frei)
Zwei Hechte zusammen am Gewässergrund
Mit seiner grün-bräunlichen Färbung und den gelben Flecken ist der Hecht im Schilf gut getarnt. (Foto: Gunter Daniel / VDST)
Hecht unter Wasser
Wenn Flüsse wieder natürlicher fließen dürfen, ist das auch für andere Tiere gut: Hier siehst du einen Weißstorch im Überschwemmungsgebiet der Mittelelbe. (Foto: Losch cc-by-sa 3.0)
Weißstorch im Sumpf

Bis zu 1,30 Meter wird ein Hecht-Weibchen lang - und frisst dann zum Frühstück auch schon mal eine ausgewachsene Bisamratte oder eine unvorsichtige junge Ente. Mit spitzen, nach hinten gebogenen Zähnen im  Maul haben Hechte eine starke Waffe, mit der sie ihre Beute packen und nicht mehr loslassen. Und sie können still halten. Notfalls stundenlang. Doch wehe, ein ahnungsloses Beutetier schwimmt zu nahe vorbei. Dann schnellt der Hecht aus der Deckung und packt zu. Im dichten Schilfwald ist er mit seinem grünlichen, gefleckten Schuppenkleid perfekt getarnt.

Erfolgreiche Räuber

Hechte sind erfolgreiche Jäger. Wenn sie erst einmal aus den Kinderschuhen herausgewachsen sind, kann sie so schnell nichts umhauen. Warum der Bestand dieser Tiere trotzdem zurück geht, liegt eher an der fehlenden Kinderstube: Den Hechten gehen die Laichplätze aus. Um ihre klebrigen Eier an passenden Pflanzen anzuheften, brauchen die Hechte Flachwasserzonen, in denen es schnell warm wird. Perfekt geeignet sind da zum Beispiel überschwemmte Wiesen oder Nebenarme im Umfeld der Flüsse. Doch seit Flüsse mit Deichen und Befestigungen verbaut wurden, fehlen solche Überschwemmungsgebiete.

Zurück zur Natur

Das soll sich ändern: An vielen Flüssen hat man schon damit begonnen, Deiche zu verlegen und Uferbefestigungen wieder abzubauen. Denn inzwischen ist auch klar: Je stärker ein Fluss begradigt und eingedeicht wurde, desto schlimmer sind die Auswirkungen von Hochwasser. Je mehr Platz die Flüsse bekommen, desto weniger schlimm werden die Überschwemmungen. Und das kommt auch den Tieren zugute: Wenn Deiche abgebaut oder verlegt werden, entstehen mit der Zeit wieder große Flachwasserzonen, in denen das überflüssige Wasser abfließen kann - und die Lebensraum für viele verschiedene seltene Tier sind.

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Steckbrief Hecht

(Foto: Shao cc-by-sa 3.0)
Hecht mit Frosch im Maul

Familie:
Hechte

Verbreitung:
Europa, Asien, Nordamerika

Lebensraum:
Flüsse, Seen, Tümpel

Größe:
bis 1,30 Meter

Nahrung:
Fische, Frösche, Wasservögel, Bisamratten, Mäuse

Laichzeit:
März bis Mai

Lebensdauer:
bis zu 30 Jahre

Wissenschaftlicher Name:
Esox lucius

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Warum Flüsse im Herbst und Frühjahr so oft über die Ufer treten und warum das gut für Tiere und Pflanzen ist, kannst du hier lesen:

Flussdynamik

Lies hier mehr über besondere Lebensräume am Flussufer:

Lebensgemeinschaft Flussufer