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Fall der Woche

Hochwasser am Fluss


(Foto: gemeinfrei)
Hochwasser am Fluss

Immer, wenn es in Deutschland lange regnet, sind die Zeitungen voll von Meldungen über Hochwasser. Wiesen und Straßen stehen unter Wasser, manchmal sogar ganze Orte. In einem trockenen Hochsommer dagegen ist vom Wasser im Fluss kaum noch etwas zu sehen. Dieses natürliche Hin und Her nennt man "Flussdynamik". 

Warum weiß der Fluss nicht, was er will?

Hochwasser in Köln am Rhein. (Foto: Bundesarchiv, B-422, Günter Sers, cc-by-sa)
Überschwemmte Häuser am Rheinufer in Köln.
Die Elbe im Juni bei Niedrigwasser. Nur in der tiefen Fahrrinne ist noch Wasser. (Foto: Philipp Herzog cc-by-sa)
Elbe bei Dresden.

Flussdynamik ist ein ganz natürlicher Vorgang. Wenn der Fluss nach andauernden Regenfällen viel Wasser zum Meer bringen muss, tritt er gelegentlich über die Ufer. Bei wenig Wasser im Hochsommer zieht er sich zurück. Tiere und Pflanzen haben sich an diesen steten Wechsel angepasst und sind zum Teil sogar auf ihn angewiesen. Wir Menschen leider nicht.

Deiche und Dämme

Im Gegenteil: Durch Begradigung der Flüsse versuchen wir die Schiffbarkeit zu verbessern, Deiche und Dämme sollen vor Hochwasser schützen und Wehre die Wassermassen regulieren. Doch all das bewirkt nur, dass das Hochwasser schlimmer wird. Warum ist das so und was kann man besser machen?

Warum der Hochwasserschutz so schlecht vor Hochwasser schützt

Stimmt! (Foto: Fotobox / pixelio)
Hochwaser-Warnschild im Wasser.
Wo die Ufer dicht bebaut sind, kann das Hochwasser nicht abfließen. (Foto: gemeinfrei)
Hochwasser am Rhein
Hochwasser kann schlimme Folgen haben. (Foto: gemeinfrei)
Hochwasser in einer Straße mit Häusern und Ampeln

Bei Hochwasserschutz denken die meisten Menschen an Deiche wie an der Nordsee-Küste. Und richtig: Viele Flüsse sind eingedeicht, um die Häuser an ihren Ufern zu schützen. Doch die Deiche bewirken auch, dass die Wassermassen des Flusses in ein zu enges Bett gequetscht werden. Wenn mehr Wasser transportiert werden muss als der Deich halten kann, bricht er - die Häuser werden überflutet.

Gerade Flüsse fließen schneller

Viele Flüsse sind begradigt worden. So sollte sich ihre Schiffbarkeit verbessern, denn durch einen geraden Fluss können große Binnenschiffe besser fahren als durch einen mit vielen Schleifen. Doch dadurch wird das Wasser auch schneller und zerstörerischer.

Wasser kann nicht versickern

Über viele Kilometer sind die Flussufer bebaut. Häuser und Straßen stehen in unmittelbarer Nähe des Wassers - dort, wo in früheren Jahrhunderten Wiesen und Auwälder das Wasser aufnehmen konnten, ist jetzt Beton. Wenn das Wasser über die Ufer tritt, kann es nicht versickern - das Hochwasser breitet sich aus.

Wie kann man wirksam vor Hochwasser schützen?

Auwald an der Donau. (Foto: Wolfgang Glock / wikipedia)
Auwald am sandigen Flussufer.
Der Biber baut seine Burgen in ruhigen Flussarmen. (Foto: Stevehdc / wikipedia.de)
Sizender Biber.
Fischotter brauchen Flüsse mit abwechslungsreichen Ufern, wo sie genügend Verstecke finden. (Foto: gemeinfrei)
Fischotter Portrait

Viele Wissenschaftler sind sich inzwischen einig: Wirksamer Schutz vor Hochwasser geht nur mit mehr Natur. Auwälder und Wiesen zum Beispiel sind ein natürlicher Hochwasserschutz. Sie nehmen das Wasser auf und lassen es langsam im Boden versickern. Oft sind die Auwälder und Uferwiesen aber durch Deiche vom Wasser getrennt worden.

Neue Auwälder und Feuchtwiesen

Nun werden an einigen Ufern der großen Flüsse in Deutschland die Deiche zurück verlegt. So soll der Fluss wieder über die Ufer treten können, ohne Schaden anzurichten. Auf diese Weise können auch neue Auwälder und Feuchtwiesen entstehen oder alte wieder belebt werden. Denn viele Tier- und Pflanzenarten sind auf diese Lebensräume angewiesen - wie zum Beispiel der Biber, der seine Biberburg am liebsten in ruhig fließendem Gewässer baut.

Langsameres Wasser

Kleinere Flüsse werden "renaturiert". Das bedeutet, dass sie ihren ursprünglichen, kurvigen Verlauf wieder bekommen und die Uferbefestigungen abgebaut werden. So können sich die Ufer wieder natürlich entwickeln und das Wasser im kurvigen Fluss wird langsamer. Für die selten gewordenen Fischotter zum Beispiel sind natürliche Flussufer mit vielen Verstecken überlebenswichtig.

Bundesprogramm Blaues Band beschlossen

(Logo: Bundesprogramm Blaues Band)
Logo des Bundesprogramms Blaues Band

Vor allem größere Flüsse in Deutschland, auf denen Lastschiffe Güter transportieren, sind nicht mehr naturnah: Sie wurden eingedeicht und befestigt, um sie besser schiffbar zu machen. In der Verwaltungssprache heißen solche Flüsse "Bundeswasserstraßen". Hier sind die natürlichen Flusslandschaften weitgehend verschwunden. Doch das soll sich jetzt ändern: Die Bundesregierung will einen Teil der Bundeswasserstraßen wieder in ihren natürlichen Zustand versetzen - insgesamt 2800 Flusskilometer. So steht es im "Bundesprogramm Blaues Band", das jetzt beschlossen wurde.

Mehr über das Blaue Band

Unser Fall der Woche vom 18. bis 24. April 2017

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Fall der Woche
Wie nennt man das Abnehmen und Zunehmen des Wassers im Fluss?
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C - Brassenregion.

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